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Zum dritten Advent

«Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes für euch in Christus Jesus. Löscht den Geist nicht aus! Verachtet prophetisches Reden nicht! Prüft alles und behaltet das Gute! Meidet das Böse in jeder Gestalt!

Er selbst, der Gott des Friedens, heilige euch ganz und gar und bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr ohne Tadel seid bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Gott, der euch beruft, ist treu;
er wird es tun.»                     
1 Tess 5,16-24

Unverständliche Freude

Zum ersten Brief an die Thessalonicher 5,16-24

Dieses fiebrig nervöse Warten;

Dass der Himmel einem näher ist als die Erde;

Alles geben, um alles zu gewinnen;

In die Arme des Todes sich werfen,

um schneller in die Arme Gottes

sich fallen lassen zu können.

Dieses: bald, bald, er kommt –

Die Quelle dieser Freude ist mir verschlossen.

Ich vermag sie mir zu erklären,

erklärt ist mir darum

noch lange nicht froh zumute.

Sich freuen auf den Tag des Herrn,

die Wiederkehr des auferstandenen Christus,

das Gericht über die Welt,

die einen ins Verderben gerichtet,

den anderen das Paradies beschieden

und deshalb voll Freude.

Befehlen lässt sich solche Freude nicht.

Sie ist da, oder sie ist nicht da.

Die Schwestern und Brüder unter uns

Sind den Schwestern und Brüdern in Thessaloniki

Und ihrer besonderen Art des sich Freuens nahe,

denen sich die Welt auf den Kopf stellte.

Sie erlebten etwas,

was alles in Frage stellte.

Eine Bedrohung schmolz ihnen

Ihre vermeintlich reich bemessene Lebenszeit

Zu einem kärglichen Rest zusammen.

Die einen Traum träumten

Und unsanft herausgerissen wurden,

sie könnten einen Geschmack jener Freude

erlangt haben.

Würden jene Schwestern und Brüder

Uns erzählen von dem,

was sie überwältigt und aus dem Lot gebracht hat

und weshalb ihnen das Wichtigste von einst

nun unwesentlich,

und das Unwesentliche ihnen

zu ungeahnter Wichtigkeit wurde, –

wir hörten es,

ohne zu verstehen.

Die Freude, die aus dem Ende erwächst,

erschliesst sich nur denen,

die am Ende waren

und die wider Erwarten

im Ende einen neuen Anfang fanden.

Quelle: Stefan Scholz, Nacht-Sicht – Texte zu Advent und Weihnachten, Verlag Friedrich Pustet 2004

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