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Max Reger (1873-1916): Weihnachten op. 145

Aus CD „Einweihungskonzert des Zimbelstern. Gabriele Marinoni an den Orgeln der Stadtkirche Nagold (D)“
Konzertmitschnitt und Aufnahme vom 9. Dezember 2017. Stadtkirche Nagold
Tonmeister: Felicitas Ammer

Mit dem Untertitel „Sieben Fantasien zu den Hauptfesten des Kirchenjahres“ wurde die Sammlung op. 145 1915-1916 als vorletztes Werk seines gesamten Schaffens von Max Reger veröffentlicht: Es handelt sich um eine merkwürdige Zusammenstellung von Fantasien mit religiösem (Weihnachten, Passion, Ostern, Pfingsten), in manchen Fällen zivilem Bezug (Trauerode, Dankpsalm, Siegesfeier) für die Zelebrierung der obengenannten Anlässen. Es wird vermutet, dass diese Stücke als Transkriptionen von eigenen Improvisationen an der Orgel – mit denen Reger die Konzerte in seinen letzten Lebensjahren abzuschließen pflegte – entstanden. Mit den meist einfach und teilweise nicht auf dem gewöhnlichen Niveau der anderen regerschen Kompositionen gestalteten Fantasien op. 145 malt Reger trotzdem schöne musikalische Fresken aus, welche die Stimmung der Gegebenheit durch Verwendung von bekannten Chorälen und Melodien wiedergeben. So werden in Weihnachten in einer Art Weihnachtspotpourri sogar vier Advents- und Weihnachtschoräle verarbeitet: Der erste, »Es kommt ein Schiff geladen«, erscheint nach einer dunklen Introduktion; der zweite, »Ach, was soll ich Sünder machen« (auch mit dem Text »Kommst du, Licht der Heiden«) wandelt vom Pedal in die Sopranlage, in welcher er zu einem dynamischen Höhepunkt fortgesetzt wird. »Vom Himmel hoch, da komm’ ich her« und »Stille Nacht« treten simultan im letzten Abschnitt auf und erlösen mit ihrer hellen Farbe, die das Licht Bethlehems symbolisiert, die trübe Stimmung, mit dem Reger am Anfang des Stückes die Last der Sünden ausgedrückt hatte.

© Gabriele Marinoni

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