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6. Dezember 2021

Der Heiliege Nikolaus

Der Hl. Nikolaus ist wohl einer der beliebtesten Heiligen der Kirche. Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert in Myra, heute Demre in der Türkei.

Nikolaus von Myra wird mit einem Buch – der Bibel – und drei goldenen Kugeln oder goldenen Säckchen dargestellt. Diese verweisen auf eine Legende, nach der Bischof Nikolaus mit Geldspenden in drei Säckchen eine Familie mit drei Töchtern aus der Armut gerettet habe.

Der beliebte Bischof ist Patron der Kinder, Schüler, Ministranten, Pilger, Seeleute, Brückenbauern und vielem mehr.

Die Legendenerzählungen rund um den Heiligen Nikolaus sind vielfältig und haben alle das Teilen und Schenken zum Inhalt – das erklärt auch die Bräuche rund um das Heiligenfest.
Das Teilen als grundlegender Akt, Not zu lindern und faire Lebenschancen für alle bereitzustellen, wird mit dem Heiligen eng verbunden.
Ein Thema, das auch uns heute als Christinnen und Christen herausfordert.
Lassen auch wir uns immer wieder neu, nach dem Beispiel des Hl. Nikolaus, offen und in Liebe aufeinander zugehen und uns für die Menschen in Not einsetzten.

Nikolauslegende
Nikolaus war ein reicher junger Mann. Er lebte in einem prächtigen Haus und konnte sich viel leisten. Aber er war sehr alleine, denn seine Eltern waren schon früh gestorben. Trotz seines Reichtums hatte Nikolaus ein gutes Herz und ein waches Auge für die Sorgen und Nöte der Menschen um ihn herum. Als er eines Tages an einem ärmlichen Haus in seiner Nachbarschaft vorbeiging, in dem drei schöne Schwestern mit ihrem Vater lebten, hörte er Stimmen.
“Vater”, hörte er eines der Mädchen sagen, “ich habe den Mann meines Lebens gefunden und möchte ihn so gerne heiraten.” Der Vater antwortete traurig: “Ich weiß das, und auch deinen Schwestern geht es nicht anders. Allein mir fehlt das Geld. Eine Hochzeit ist teuer.” Die Familie hatte einmal viel Geld besessen, aber der Vater hatte sich auf Betrüger eingelassen und war bestohlen worden.
Die jüngste Tochter war ein sanftes und kluges Mädchen, sie konnte ihre große Schwester nicht traurig sehen. Deshalb bot sie an: “Vater, verkaufe mich als Sklavin, damit wenigstens meine Schwestern heiraten können.” Ihr Vater und ihre Schwestern waren entsetzt: “Wir kannst du nur so etwas vorschlagen?” – “Kommt überhaupt nicht in Frage?” – “Dann bleibe ich lieber alleine!”, riefen alle durcheinander. Und damit war das Thema erstmal vom Tisch.
In der nächsten Nacht schlich eine dunkle Gestalt auf das Haus zu. Ein Fenster stand offen und plötzlich klirrte es leise, als ein Gegenstand auf dem Boden des Zimmers aufschlug. Dann lief die Gestalt auf leisen Sohlen davon und niemand im Haus war erwacht. Am frühen Morgen stand die älteste Schwester auf, um Wasser im Hof zu holen. Als sie durch die Wohnstube ging, entdeckte sie ein kleines Ledersäckchen. Sie hob es auf und schaute vorsichtig hinein. Der Anblick verschlug ihr den Atem: Es war voller Gold.
Gleich lief sie zu ihrem Vater und zeigte ihm ihren wertvollen Fund. Der traute seinen Augen kaum und sagte dankbar: “Ein Geschenk des Himmels. Das ist genug Geld, um deine Hochzeit zu bezahlen.” Seine Tochter flog ihm begeistert um den Hals.
Auch in der darauffolgenden Nacht landete ein Säckchen voller Goldmünzen in der Stube der Familie. Nun konnte der Mann auch die Hochzeit der zweiten Tochter bezahlen. Der Mann grübelte, wer den ihr Wohltäter sein könnte. Er beschloss: “Heute Nacht bleibe ich wach, vielleicht kommt er ja wieder.” Er setzte sich in die Stube und wartete. Der Mond schien ins Zimmer und er konnte die Wolken über den Himmel treiben sehen. Irgendwann schlief er ein.
Mitten in der Nacht klirrte es und mit einem Ruck fuhr der alte Mann auf. Auf dem Boden lag wieder ein Lederbeutel. So schnell er konnte lief er aus dem Haus und sah gerade noch einen Schatten um die Ecke huschen. Mit einem Sprung setzte er der Gestalt und und erwischte einen Zipfel seines edlen Mantels. Als sich der Mann umdrehte, erkannte ihn der Vater: “Nikolaus”, rief er, “du bist unser Wohltäter?” Sogleich wollte er es seinen Töchtern erzählen. Doch Nikolaus lächelte und legte einen Finger an die Lippen.
Am Morgen weckte der Vater seine jüngsten Tochter mit der Nachricht, dass nun auch sie heiraten könne. Sie freute sich und fragte: “Weißt Du wirklich nicht, wer uns das Geld geschenkt hat?” Der Mann konnte seine Tochter nicht belügen und erzählte ihr, was er in der Nacht erlebt hatte. Er bat sie, es nicht weiter zu sagen und das Mädchen stand zu seinem Wort. Die drei Schwestern heirateten alle am gleichen Tag und es wurde ein rauschendes Fest, von dem man im Dorf noch lange sprach.”
Und deshalb stellen heute alle Kinder am Nikolausabend ihre Stiefel vor die Tür. Fast alle nehmen sich vor, wach zu bleiben und den Nikolaus einmal zu sehen. Geschafft hat es bisher niemand…

Von Margret Nußbaum

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