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  7. 7. Dezember 2021

7. Dezember 2021

Päckchen

Die Adventszeit ist voll von Päckchen: Für Adventskalender an Äste gehängt, damit Kinder jeden Tag eines öffnen können. So versuchen wir zu zeigen, dass wir auf etwas Grösseres warten, auf ein noch grösseres Geschenk.

Es wimmelt überall von Päckchen mit Gebasteltem oder Gekauftem– manchmal aus Freude, manchmal mehr aus Pflichtgefühl angesammelt und versteckt bis zum Fest.

Ich mag die Vorfreude und ich mag es, Menschen zu beschenken und natürlich auch, beschenkt zu werden. Trotzdem ging mir letzthin beim Anblick der schier erdrückenden Menge an Päckchen in den Geschäften und den damit Beladenen in den Strassen der Spruch durch den Kopf: «Jeder und jede hat sein/ ihr Päckchen zu tragen». Und niemand weiss, was in diesen Päckchen verborgen ist.

Dann dachte ich daran, dass es eine andere Art von Adventskalender geben könnte, bei dem wir nichts ansammeln, sondern Päckchen für Päckchen abgeben: Wir geben alles, was uns beschwert, hemmt, wütend, traurig oder engstirnig macht an Gott, der diese Päckchen annimmt und für uns mitträgt. So einen Adventskalender wünsch ich mir. Ich stelle ihn mir nun jeden Tag ganz bildlich vor und überlege mir, was ich in den Himmel steigen lasse…

Monika Bieri

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