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Lange Nacht der Kirchen in Maria Krönung

Am 28. Mai 2021 konnte der Schweiz weit geplante Anlass der „Langen Nacht der Kirchen“ trotz einschränkender Pandemiemassnahmen stattfinden. Maria Krönung hat sich für ein musikalisch-visuelles Programm unter dem Titel „Moderne Architektur im Licht von Gregorianik bis moderner geistlicher Musik„ entschieden. Getragen wurde die Veranstaltung von Mitgliedern des Franziskaner-Ordens aus Kroatien und Zürich sowie Andrea Scarpa (Organist) und Anna Taddeo (Cellistin).

In der Kirche erwartete die Besuchenden ein Lichtermeer von über 300 Kerzen, das den modernen zeltartigen Kirchenraum stimmungsvoll in Szene setzte. Zusammen mit dem Einsatz eines Scheinwerfers, der den Fokus auf die Musizierenden im Altarraum lenkte, bot sich dem Betrachter ein faszinierendes Bild von Hell und Dunkel.

Das Programm umfasste drei Zyklen: den “Cantus Gregorianus”, die “Moderne geistliche Musik, Arvo Pärt und Maurice Duruflé” und die “Franziskanische Mystik”:

Der “Cantus Gregorianus” liess die Zuhörenden nicht in die gewohnten Klänge einer Choral Schola abtauchen, sondern überraschte damit, dass Br. Zvonimir, ein junger, musisch äusserst talentierter, kroatischer Priester, seine eindrückliche Stimme selbst an einem Flügel begleitete. Der lateinische Gesang eines einzelnen, eingebettet in diese modernere Form der Instrumentalbegleitung, hatte etwas neuartig Mystisches an sich. Diese Neuartige wurde dann durch Überleiten in eine längere stimmliche Solopartie und schliesslich im von Orgelspiel untermalten Victimae Paschali geschickt in den grösseren Zusammenhang seiner Tradition gestellt.

Arvo Pärt

Der zweite Zyklus war der neuen geistlichen Musik, Arvo Pärt und Maurice Duruflé gewidmet. Br. Zvonimir übernahm den einleitenden Part mit geistlichen Liedern in Englischer Sprache. Danach spannten Andrea Scarpa am Flügel und Anna Taddeo Violoncello den Bogen der Mystik mit „Spiegel im Spiegel“ von Arvo Pärt noch weiter in die Moderne. Das Stück lebt von steter Wiederholung einer Abfolge von klar abgesetzter Noten des Pianos, die sich gegen einen gleichmässigen monoton gehaltenen Klangteppich des Cellos erhebt. Als fulminanter Kontrapunkt folgte zum Schluss eine Choralvariation von Maurice Duruflé, die nicht nur für den Interpreten an der Orgel sehr anspruchsvoll zu spielen war, sondern auch dem Ohr einiges abverlangte, so dass das mystische Erleben an seine Grenze stiess.

Die Franziskaner-Brüder Christoph-Maria Hörtner und Maximilian Blum schlugen mit Gitarre und mehrstimmigen Gesang im letzten Programmteil des Abends, der „Franziskanischen Mystik“, wieder besinnlichere Töne an. Der Anlass endet mit einer überzeugenden Darbietung der drei Franziskaner-Brüder zusammen und wurde wie die beiden vorangehenden Zyklen mit einem verdienten Applaus des Publikums honoriert.

Franziskanische Mystik

Es war eine facettenreiche lange Nacht ohne grosse Worte. Ein Eintauchen in weitreichende Klangwelten vor der stimmungsvollen Kulisse aus Kerzenlicht, deren Flammen im Laufe des Abends über dem Boden zu tanzen schienen und passend eine mystisch anmutende Atmosphäre schafften. Die erfreuliche Besucherzahl von rund 50 Personen bei allen Konzertteilen und die durchwegs positiven Stimmen aus dem Publikum machten deutlich, dass Kirche auch heute Menschen positiv bewegt und begeistern kann.

Monika Seemann/Pfarreiteam

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