26. Dezember

Weihnachtsfreude und der erste Märtyrer

Mit einer schönen Weihnachtsfeier und einem gut gefüllten Bauch konnte ich den gestrigen Weihnachtstag begehen. Jetzt aber am 26. Dezember feiert die Kirche plötzlich in rot ihren ersten Märtyrer, den heiligen Stefanus. Ein Schlag aufs Auge. Könnte man ihn nicht erst in einer Woche feiern, wenn ich die Festtagsgaben verdaut habe? Das Kind in der Krippe war doch so romantisch. Nun aber die Betrachtung des von Steinwürfen getöteten Stefanus. Gibt es Romantik ohne Abgründe? Gibt es eine Krippe Jesu ohne Kreuzigung? Einen Glauben ohne Verfolgung? Weihnachten will nicht eine weltfremde Romantik sein, sondern eine Brücke zwischen Schönem und Gewichtigem. Das weihnächtliche Fest ist so gross, dass darin auch das spätere Kreuz Jesu und der Mord am ersten Christen einen Platz haben muss. Nichts wird ausgegrenzt, sondern alles bekommt einen umfassenderen Ort. Der erste Märtyrer Stefanus stört das Weihnachtsfest nicht, sondern lässt uns seine Tiefe genauer erfassen. Es öffnet für die Freude am Erlöstsein und erneuert so jeden Bereich unseres Daseins. Darum heute beides zusammen: Schöne Weihnachten und ein frohes Fest des ersten Märtyrers Stefanus!

Br. Paul Zahner, Franziskaner OFM

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