10. Dezember

Rettet die Zärtlichkeit

Immer wenn ich den Kühlschrank öffne, schaue ich an meine ganz private «Motivationswand». Dort tummeln sich neben dem Stundenplan meines Sohnes Zeichnungen, Fotos, Karten und Sprüche, die mir gefallen.

Eine Postkarte, die ich sehr mag, zeigt eine Betonwand mit dem gesprayten Schriftzug: «Rettet die Zärtlichkeit» (Bild Link: rettet die zärtlichkeit – Bing images).

So ähnlich wie auf der Karte fühlt es sich momentan an: eine möglichst sterile Umgebung ist gefragt, damit wir uns nicht anstecken. Zärtlichkeit im Sinne von Umarmungen und Küssen haben wir uns ausser im engen Familienkreis fast schon abgewöhnt.

Aber Zärtlichkeit liegt nicht nur in der Berührung. Es gibt immer noch den zärtlichen Blick auf die Welt und unsere Mitmenschen. Der sollte uns gerade jetzt nicht abhandenkommen. Zärtlichkeit bedeutet für mich vor allem, dass jemand aufmerksam ist und volle Zuwendung schenken kann: im Zuhören, Anteilnehmen, Komplimente machen oder im Mitanpacken, wenn Hilfe gefragt ist.

In der Bibel ist die Rede davon, dass wir wachsam sein sollen, weil wir nicht wissen, wann das Reich Gottes kommt. Ich glaube, das meint genau dies: Mit Achtsamkeit dafür sorgen, wie wir im täglichen Miteinander zärtlich vom Reich Gottes erzählen – damit es kommt und schon da ist.

Monika Bieri, Leitungsassistenz

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