Wieder Weihwasser in unsern Kirchen

Liebe Pfarreiangehörige

Seit einigen Tagen befinden sich bei den Haupteingängen unserer beiden Kirchen je ein Weihwasserspender. Er ist meines Erachtens schön gestaltet, unterscheidet sich deutlich von den Desinfektionsständern und kann mit dem Fuss bedient werden. Ein Tropfen geweihtes Wasser wird mit der Hand aufgefangen, so dass wir uns wie gewohnt bekreuzigen können. Ein schönes und wichtiges Ritual ist auf diese Weise, den Hygienemassnahmen angepasst, wieder möglich.

Wenn wir uns mit dem geweihten Wasser bekreuzigen, erinnern wir uns jedes Mal an unseren Taufbund. “Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes” erneuern wir unsere Gotteskindschaft: Als Tochter, als Sohn Gottes trete ich in die Kirche ein, in die Gemeinschaft der Feierenden, verweile in der Gegenwart Gottes. Bekreuzigt stelle ich mich unter das Geheimnis des Kreuzes, vertraue darauf, dass Christus uns am Kreuz bereits erlöst hat, der Heilige Geist uns erfüllt und der Vater dem Bund, den er mit uns in der Taufe geschlossen hat, treu bleibt, auch wenn wir selber den Bund vielleicht nicht immer treu einhalten.

Rituale geben Halt, Sicherheit, Struktur. Sie sind gerade in unsicheren Zeiten wie der aktuellen Pandemie wichtig. Vieles bezüglich des Virus ist nach wie vor unwägbar, zu viele Fragen sind ungeklärt, was die Unsicherheit weiter verstärkt. Daher sind wir in unserem Seelsorgeraum vorsichtig, tragen Masken in den Gottesdiensten, ohne jemanden dazu zu zwingen, halten Abstand und reinigen nach jedem Gottesdienst alle Sitz- und Berührungsflächen. So kann wenigstens das Weihwasser beim Eingang, das kleine Ritual des Sich-Bekreuzigens, wieder etwas Halt und Zuversicht schenken. Wir alle leben aus der Gnade Gottes.

Pfr. Andreas Rellstab

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