Eucharistie

Was wir in der Eucharistie feiern, ist ganz einfach und doch unbegreiflich. Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, gibt sich in Brot und Wein ganz hin. Das übersteigt jedes Verstehen. Aber indem wir das Geheimnis immer wieder feiern, finden wir zu einem inneren Verstehen, auch wenn wir es nicht gänzlich in Worte zu fassen vermögen. Ähnlich ist es beispielsweise mit der Zeit: Wir wissen, was Zeit ist und wie sie unser Leben beeinflusst, aber wenn wir jemanden ihr Wesen erklären müssten, dann würden uns wohl schnell die Worte fehlen. Ebenso mit der Liebe: Wir schenken sie, wir empfangen sie, sie macht unser Leben lebenswert, aber eigentlich erklären können wir sie nicht.
So wie die zeit und die Liebe zu unserem alltäglichen Leben gehören, so sollte auch die Vorstellung unseren Alltag prägen, dass Gott sich uns hingibt, unsere Nähe sucht, bei uns sein will. Immer und überall. Und erst wenn wir das erfahren und glauben, dann können wir auch glauben und erfahren, dass Gott sich in einem kleinen Stückchen Hostie ganz und gar hingibt.
Als ich vor einigen Jahren im Erstkommunionunterricht den Kindern noch einmal mit einem neuen Vergleich zu erklären versuchte, was wir in der Kommunion feiern, hat ein Mädchen gemeint: “Wir haben das doch schon längst verstanden, nur unsere Eltern verstehen es nicht.” – “Wenn ihr nicht … werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen”, sagt Jesus im Evangelium. Glauben und vertrauen, für wahr halten wie ein Kind, ohne zu zweifeln, ganz sich selbst vergessend, so sollten wir Eucharistie feiern. Es ist gut , über die Eucharistie nachzudenken und zu verstehen zu suchen, was wir da eigentlich feiern, aber “verstehen” können wir sie nur, indem wir sie vertrauensvoll feiern.

Pfr. Andreas Rellstab

Zurück