Weiterhin Bedarf an Lebensmittelpaketen für Menschen auf der Gasse und zusätzlich Leintücher für die Herstellung von Schutzmasken

Liebe Mitwirkende bei Broken Bread

Zuerst möchten wir im Namen aller Menschen, die wir auf der Gasse begleiten, ein ganz grosses Danke für Eure Lebensmittelpakete, die Ihr jede Woche sammelt, aussprechen.

Euer Einsatz ist wunderbar. Einfach mega! Die Beschenkten freuen sich über die Säcke sehr. Eine Frau sagte letzten Samstag: „Ihr gebt uns viel Kraft. Danke für alles, was Ihr für uns tut.“

Die Schlange am Samstag vor dem Hiltl an der Langstrasse wird von Woche zu Woche länger. Ihr wisst, dass wir mit 70 Säcken begonnen haben. Letzten Samstag verteilten wir 1100. Dazu kommen noch über 200 während der Woche.

Heute hat der Bundesrat mit Datum vom 6. Juni die Rücknahme der meisten einschränkenden Massnah-men verlautbart. Auf der Gasse ist die Krise jedoch nicht vorbei – auch wenn wieder alle Läden und Restaurants ihre Tore geöffnet haben. Immer mehr Menschen werden aufgrund der ökonomischen Folgen bedürftig und rutschen unter das Existenzminimum, darunter Familien wie Einzelpersonen. Wir erleben, dass Kinder von Eltern in die Schlange geschickt werden, um ein Paket zu holen. Die Scham, sich in die Reihe zu stellen, ist zu gross. Viele Menschen verlieren ihre Stelle, die Arbeitslosigkeit steigt, und wir hören von verschiedenen Betroffenen, dass das Arbeitslosen-Geld nicht ausbezahlt wird. Immer mehr Menschen werden obdachlos. Viele psychisch vulnerable Personen sind auf der Strasse anzutreffen, weil sie wie aus der Bahn geworfen wurden.

Die Situation der Prostituierten bleibt prekär. Für die meisten waren die Einkünfte schon vor der Krise äusserst gering. Durch die ökonomische, existentielle Not drängen viele neue Frauen in die Prostitution. Viele der Frauen, die untergetaucht waren und viele die ausgereist waren, sind am Zurückkommen.

Eine grosse Zahl von Sans-Papiers und von Menschen, die in die Schweiz geflüchtet sind, treffen wir in der Reihe derer, die nach Lebensmittel fragen.

Die Situation stellt sich für uns so dar, dass die neu entstandene Not langfristigere Hilfe notwendig macht.

Mit Eurer Unterstützung können wir die Hilfe für die Obdachlosen, Bedürftigen, Suchtkranken, Prostituierten, Flüchtlinge und Sans-Papiers fortsetzen. Wir sind wirklich auf Eure Lebensmittelpakete angewiesen, die ein Ausdruck von tiefer

Solidarität mit den vulnerablen Personen sind, die hier in Zürich am Rande unserer Gesellschaft leben. Durch Eure Kärtchen, Sprüche, Zeichnungen und Überraschungen, die ihr in die Säcke legt, spüren unsere Freunde auf der Gasse, dass sie nicht alleine gelassen werden.

In einem Integrationsprogramm für Prostituierte ist die Produktion von YOU + ME Mundschutz-Masken entstanden. Die wiederverwendbaren (waschbaren) Stoffmasken können bei uns auch in grosser Stückzahl bestellt werden und entsprechen den notwendigen Standards. Sie nützen den Frauen als alternative Perspektive zum Leben und Gemeindemitgliedern zum solidarischen Schutz. Der Schriftzug: das Kreuzzeichen, das Dich und mich verbindet, ist bewusst so gewählt. Zur Maskenproduktion suchen wir dringend Leintücher.

Wir danken Euch für das wertvolle Miteinander und Euer grosses Engagement.

In IHM verbunden sehr herzliche Grüsse

Pfarrer Karl Wolf und Sr. Ariane

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